Die Oberuferer Weihnachtsspiele
Das Paradeisspiel

Theater

Datum: So. 16.12.2018 16:00 Uhr | Ort: Aula der Schule

Seit 90 Jahren werden im Dezember und Januar an den allermeisten Waldorfschulen die Weihnachtsspiele aufgeführt. 1921, zwei Jahre nach Gründung der Waldorfschule in Stuttgart, spielten Lehrer die Oberuferer Weihnachtsspiele als Geschenk für die Kinder. Seitdem werden die drei Spiele - oder zumindest eines von ihnen - in jedem Jahr und nahezu an jeder Waldorfschule aufgeführt. In ihrer Tradition gehen diese Spiele auf die Kirchenspiele des Mittelalters zurück und sind somit die ältesten Zeugnisse des Theaterspiels im deutschsprachigen Raum. Der volksnahe Ton sprach im Gegensatz zur lateinisch gelesenen Messe vor allem das Gemüt der Menschen an, tiefer Ernst und derber Scherz liegen daher in den Spielen oft dicht beieinander. Gerade weil in den Spielen eine Herzlichkeit überliefert ist, die Ihresgleichen sucht und die einfachen Wahrheiten der Hirten und Könige auch heute den Zugang zu jeder Altersstufe finde, laden die Spiele dazu ein, jedes Jahr aufs Neue entdeckt zu werden.

Das Paradeisspiel ist das erste der drei Oberuferer Spiele. Es erzählt die Schöpfungsgeschichte und die Vertreibung aus dem Paradies. Wie in allen drei Spielen wird zunächst das Publikum ausführlich begrüßt. Während des Spiels wird der Spielverlauf immer wieder vom Gesang der Spielgruppe ergänzt, der das Geschehen auf der Bühne zusammenfassend beschreibt. In klaren Bildern wird die Erschaffung des Menschen geschildert. Die Zeit der Harmonie und der Sturz aus dem Paradies durch den Genuss der Frucht vom Baum der Erkenntnis. In dem das Spiel begleitenden Lied heißt es an dieser Stelle: „… da wurden seine Augen aufgetan!“ Der Mensch erwacht und erlebt sich in den Grenzen seiner selbst. In diesem Moment endet – mit dem Gewinn des Urteilsvermögens – die Kindheit im Paradies. Aber der Engel verspricht: „… ich will Euch langsam rufen wieder!“

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