Fächer

 

Die Fächer der Unterstufe

Eine Beschreibung der Fächer in der Unterstufe finden Sie unter "Lehrplan" in der Rubrik Schulleben.

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Die Fächer in der Oberstufe

Vielen Eltern und Schülern ist die Oberstufe unserer Schule noch weitgehend unbekannt. Was erwartet einen? Welche Fächer werden unterrichtet? Welche Schulabschlüsse sind möglich und was ist dafür nötig? Welche Bildungsinhalte werden vermittelt?

Jede Waldorfschule hat die Möglichkeit, ihr eigenes Profil zu entwickeln. Auch für die Oberstufe einer Waldorfschule gilt, daß sie eine besondere Prägung haben kann. Unsere Schule hat zunächst mit der Oberstufe so begonnen, wie es sich an vielen Orten bewährt hat. Allmählich wird sichtbar, welche besonderen Bedürfnisse und ortsgebundenen Möglichkeiten vorhanden sind, und es werden in der nächsten Zeit Überlegungen angestellt werden, wie wir unsere bisherigen Erfahrungen verwenden können, um zu einer neuen, den Zeiterfordernissen angepaßten Oberstufengestalt zu kommen. Im Vordergrund wird dabei die Frage stehen, wie wir verschiedenartigen Begabungen in der Schülerschaft besser gerecht werden können.

Doch wie ist die gegenwärtige Gestalt unserer Oberstufe, die in jedem Fall die Grundlage für Neuerungen sein wird? Wir geben im folgenden einen Überblick über die in den einzelnen Klassenstufen unterrichteten Fächer mit ihren inhaltlichen Zielsetzungen entsprechend dem gegenwärtigen Stand (1999/2000). Mit Abweichungen muß je nach Länge des Schuljahres und personellen Engpässen immer gerechnet werden. Oft erfordert der individuelle Entwicklungsstand einer Klasse bestimmte Schwerpunkte, und schließlich werden die Unterrichtsinhalte ständig den aktuellen Erfordernissen angepaßt.

Der Lehrplan versucht, ein Gleichgewicht herzustellen zwischen intellektuellen Anforderungen, künstlerischer Aktivierung und handwerklich-praktischem Tun. Er soll eine Begegnung mit wesentlichen Fragen der Gegenwart vermitteln und Kräfte zur Bewältigung von Gegenwartsaufgaben reifen lassen.

Der vorliegende Leitfaden kann die Inhalte der einzelnen Fächer nur stichwortartig und oberflächlich aufzeigen. Die großen Ideale, die uns im Unterricht leiten, kommen bei dieser Art der Darstellung kaum oder nur bedingt zum Vorschein.

Der Unterricht in der 9. Klasse  (33,5 Stunden im Pflichtbereich)

 Epochen des Hauptunterrichts   (11,5 Wochenstunden)

 Deutsch:   5 Wochen verteilt auf 2 Epochen

  1. Humorepoche: Erarbeitung des Humorbegriffs anhand ausgewählter literarischer Beispiele. Veranschaulichkeit anhand ausgewählter literarischer Beispiele (C. Goldoni, „Der Diener zweier Herren”; C. Zuckmaier, „Der Hauptmann von Köpenick”; W. Borchert, „Schischiphusch” o.a.). Übungen in kreativem Schreiben. Erfinden eines eigenen Schlußteils zu vorgegebenen Geschichten (S. Lenz, „So zärtlich war Suleyken” o.a.). Eigene Geschichten anhand schriftlicher oder bildlicher Vorgaben zur weiteren Vertiefung des Humorbegriffs. Rezitation humoristischer Lyrik (E. Roth, E. Kästner, Chr. Morgenstern).
  2. Goethezeit:  Altersgemäße Einführung in literaturgeschichtliche Epochen (Aufklärung, Sturm und Drang, Klassik). Exemplarische Betrachtung der Beziehung zwischen Biographie und Werk (z.B. Schillers Jugend und sein Werk „Kabale und Liebe”). Erüben einer Urteilsfähigkeit im Spannungsgefüge zwischen Ideal und Wirklichkeit (z.B. F. Schiller, „Der Verbrecher aus verlorener Ehre”). Erarbeitung eines dramatischen Werkes. Aufsatzübungen: Inhaltsangabe und Charakteristik (Goethe, „Götz von Berlichingen”, „Egmont” o.a.). Einblicke in verschiedene Dichterbiographien unter dem Leitmotiv der Freundschaft (Lessing, Wieland, Kleist, Schiller, Goethe o.a.).

Geschichte:  4 Wochen, verteilt auf 2  Epochen

Verständnis für das Werden der Gegenwart und für die neuzeitlichen Veränderungen im politischen, wirtschaftlichen und technischen Bereich. Geschichte der Neuzeit seit dem 15. Jahrhundert. Besondere Berücksichtigung der deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.Beleuchtung der gegenwärtigen Probleme des deutschen Einigungsprozesses auf historischem Hintergrund (Gründung des deutschen Reiches; Bismarck-Zeit, Wilhelminisches Zeitalter, Deutsche Revolution, Weimarer Republik, das Dritte Reich).

Mathematik:  7 Wochen, verteilt auf 2 Epochen

Erweiterung des Rechenbereiches: Die irrationalen Zahlen; quadratische Gleichungen, elementare Behandlung des Irrationalen, Lineare Gleichungen mit zwei und drei Variablen, Strahlensätze; Einführung in die Kombinatorik, Anfangsgründe der Wahrscheinlichkeitsrechnung, Zahlensysteme, einfache zahlentheoretische Fragen, ausgewählte Kurven als Ortslinien.

Physik:  4 Wochen

Wärme und Energie: Wärmequellen, Temperatur und ihre Messung, thermisches Ausdehnungsverhalten von Körpern, Wärmetransport, Begriff der Wärmemenge, Zustandsänderungen, Druck, Luftdruck, Zusammenhang von Druck, Volumen und Temperatur bei Gasen, Wärmekraftmaschinen.

Grundlagen der Elektrizitätslehre (Stromstärke, Spannung, Widerstand). Einstieg in die Kommunikationstechnik.

Chemie:  3 Wochen

Vom organischen Naturstoff zu den Grundsubstanzen der organischen Chemie und den chemischen Elementen: Luft, Kohlendioxyd, Zucker, Alkohol-Gärung, Destillation, homologe Reihe der Alkohole, Aldehyde, Essigsäure und andere Karbonsäuren, Ester, Äther; Naturstoffe und naturidentische Stoffe im Vergleich; Erdöl und Erdölprodukte; Wasser und Wasserstoff. Chemische Elemente in organischen Substanzen (alles phänomenologisch, ohne Formeln!).

Biologie:  3 Wochen

Nach welchen Gesetzen bildet sich das menschliche Skelett? Das Skelett als Ausdruck des geistigen Menschenwesens; Vergleich des menschlichen Skeletts mit dem verschiedener Wirbeltiere; Grundfragen der Evolution des Menschen; Embryonalentwicklung, vorgeburtliche Existenz, Zeugung, Geschlechtlichkeit. Sinnesorgane: Wie wirklich ist die Welt unserer Sinneseindrücke?

Geographie:   3 Wochen

Gesteine als Teil des lebendigen Organismus der Erde: Spurenlesen in Gesteinen; wie entstehen Gesteine? Kristalline und Sedimentgesteine; wichtige Gesteinsformationen in Mitteleuropa; Paläogeographie an ausgesuchten Beispielen (Geschichte unserer Landschaft). Überblick über die Erdgeschichte. Erdbeben: Tektonik, Vulkanismus, Wanderung der Kontinente, Plattentektonik; Werden und Vergehen von Gebirgen und Ozeanen; Gesteinsmetamorphose, Kreislauf der Gesteine;

Kunstunterricht:  4 Wochen

Von einer religiösen zu einer irdischen Kunst. Entwicklung der bildenden Künste; Ägypten, Griechenland, römische Kunst, Romanik, Renaissance. Nördlicher und südlicher Kunstimpuls: Dürer, Grünewald, Rembrandt, Raphael, Leonardo, Michelangelo.

Handwerklich-künstlerische Epochen  (6 Stunden)

Plastizieren:  4 Wochen

Ton; Hauptthema: Tiere, organische und dynamische Formkräfte; plastisches Grundprinzip: konkav-konvex, Ruhe - Bewegung; innen - außen. Wie drücken sich Lebenskräfte plastisch aus? Was ist das Wesen des Tieres?

Hell-Dunkel-Zeichnen:  5 Wochen à 6 Stunden

Erarbeiten der Raumgesetze und der Gesetzmäßigkeit von Licht und Schatten. Körperstudien, Stilleben, Mineralisches und Pflanzliches;Schwere und Leichte; kontrastreiches Arbeiten in unterschiedlichen Techniken bis hin zum Holzschnitt.

Schreinern:    8 Wochen  à  8 Stunden

Ziel: Erstes Hinführen der Schüler zum selbständigen Ergreifen eines soweit wie möglich individuellen Werkstückes. Wahrnehmung der eigenen Verantwortung für das Tun. Inhalt: Handwerkliches Arbeiten mit verschiedenen elementaren Werkzeugen, Erleben der erforderlichen Führung des Bewegungs- ablaufes. Herstellung von Holzverbindungen innerhalb kleiner sinnvoller Gebrauchsgegenstände.

Schmieden:   5 Wochen

Grundtechniken der Eisenbearbeitung: Strecken, Stauchen, Biegen, Spalten. Anwendung des Eisens, Herstellung und Verwendung in der Geschichte und heute.

Schneidern:   6 Wochen

Schnitt erarbeiten, Schnitt abändern. Materialauswahl: Qualität, Webart, Struktur. Zuschneiden, Stecken, Heften, Anprobe. Kennenlernen der Nähte, Nahtversäuberungen, Verschlüsse. Gestalten von Paßform, Farbe, Farbabstufungen. Fertigstellung eines Kleidungsstückes. Bügeln, Pflege.

Spinnen:   2 Wochen

Geschichtliches Kennenlernender Herstellung eines Fadens (Handspindel); Handhabung des Spinnrades.

Chemie-Praktikum:  5 Wochen

Glasbearbeitung; alkoholische Gärung; Destillation und Konzentration des Rosinenweins; Herstellung von ätherischen Ölen (Wasserdampfdestillation); Creme-Herstellung; eventuell Chromatographie; Runge-Bilder; eventuell Steigbildmethode.

Unterricht in den Fachstunden 

(in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Französisch findet der Unterricht  in geteilten Klassen statt; dies gilt für die Klassen 9 - 12)

Deutsch-Übstunde:   1

Mathematik-Übstunde:  1

Englisch:   3

Hörverständnis, mündlicher und schriftlicher Ausdruck im Nacherzählen aus der Lektüre (Briefe, kleine Dialoge), Handlungsabläufe. Grammatik: Zeiten, Anwendung der Zeiten, Identifizieren einfacher Satzkonstruktionen; transitive und intransitive Verben; erste Prinzipien der Satzverkürzung; Unterscheidung von Personen und Sachen im Relativsatz. Rezitation: Balladen, Gedichte zu den landeskundlichen Themen. Landeskunde: Martin Luther King und Bürgerrechtsbewegung. Kleine Referate: Biographien.

Französisch:  3  - Klasse 9 und 10

Einüben der sprachlichen Fertigkeiten (Hören, Sprechen, Lesen, Schreiben, Übersetzen); Grammatik: Satzteile und Wortarten; Erweiterung der Formenlehre; Indikativ (ohne Passé simple und Passé antérieur); Aspekte: Future proche, Passé récent, Passé composé - Imparfait. Fragesätze; Bedingungssätze; indirekte Rede/ Zeitenfolge; Subjonctif (Formenbildung). Als Lektüre Kurzgeschichten.

Musik:  2

Einfache, gemischte Chorliteratur, Klavierlieder (Balladen). Erlernen der Intervalle (Feinbestimmung) und Einstieg in die Dreiklanglehre. Instrumentenkunde und Orchesteraufbau. Geschichte der Oper bis zum Musical. Gehörbildung (Intervalle und einfache Motive, einfache Rhythmen).

Eurythmie:  2

In den ersten 8 Jahren sind alle sprachlichen und musikalischen, geometrischen und rhythmischen Grundelemente geübt und erlernt worden. Vom 9. Schuljahr an wird eine Vertiefung der Bewegungsschulung bis zur Selbsterziehung angestrebt. Die Eurythmie soll als moderne Kunst begriffen werden. Von den Übungen und Grundelementen werden die Schüler zu künstlerisch gestalteten Formen geführt. Die Schüler sollen eigenständig mit den Elementen umgehen lernen. Hier ist das innere Engagement und Gestaltungsvermögen der Schüler gefragt.

Lauteurythmie: Eigenständige Behandlung apollinischer Formgesetzmäßigkeiten, geometrische Verschiebungen, grundsätzliches Erarbeiten der Lautgebärden.

Toneurythmie:  Zweistimmigkeit, Kanon, Musikstücke aus Barock und Klassik, Tonleiter, Takt und Rhythmus.

Sport:  2

Bothmer-Gymnastik: Fall in den Punkt, Sturz, Schreiten in den Ebenen; der Wirbel. Geräteturnen:  Erarbeitung der turnerischen Grobform kraftdominanter Übungen; Barren: Stütz-Schwingen-Auf-Abgänge; Reck-Einführungsübungen. Leichtathletik: Kugelstoßen, Weit-, Hochsprung, Läufe auf Ausdauer. Spiele: Einführung in die Mannschaftsspiele Hockey, Raufball, Korbball, Prellball, Handball.

Religion:  1 - 2

Evangelischer Religionsunterricht (Klasse 9/10): 

Mit Muslimen leben: Der Islam; Ehrfurcht vor dem Leben;

Okkultismus-Spiritismus:  Vielleicht ist doch was Wahres dran?

Jesus Christus: Leben und Werk (Werden der Kirche);

Hiob: Wie kann Gott das zulassen?

Hilfe zum Leben: Umgang mit Behinderung;

Drogen: Erweiterung des Geistes - Tödliche Umarmung;

Schöpfung: Mensch als Ebenbild Gottes; das Verhältnis von Gott - Mensch - Natur.

Katholischer Religionsunterricht:

Was den Menschen zum Menschen macht:
Freiheitserfahrungen des Menschen; das Gewissen; Wege zum gelingenden Leben

Markt der Heilsangebote - Herausforderung für Christen:

Neue Heilsangebote als Symptome unserer Zeit; die neuen Heilslehren - Anfrage und Herausforderung

Jesus von Nazareth - Leben und Wirkung

Angst und Leid - Hoffnung über den Tod hinaus:
Individuelle Hoffnungen und Ängste; Umgang mit Existenzängsten - Das Beispiel Jesu; Tod - Auferstehung - Ewiges Leben

Kirchenbauten - Ausdruck des Glaubens ihrer Zeit

Freier Christlicher Religionsunterricht: (Klasse 9/10): 

Zeitgenössische Biographien zum Verständnis von Gegenwartsproblematik

Lebensfragen der Jugendlichen zu Religion, Sekten, Suchtproblematik, Politik etc.

Möglichkeiten der Schüler zur Mitgestaltung des Schullebens

Praktikum:

Forstpraktikum (10 bis 12 Tage): Ganztägiges Arbeiten im Wald und Natur. Entwicklung des Waldes von der Eiszeit bis hin zur Waldbewirtschaftung der Gegenwart. Anregen eines neuen sozialen Gefüges im Klassenverband: Im gemeinsamen Arbeiten und Zusammenleben offenbaren sich Fähigkeiten als hilfreich, die im Schulalltag bisher nicht zum Tragen kamen, jetzt aber anerkannt werden.

Arbeitsgemeinschaften (klassenübergreifend, freiwillig)

Orchester    2

Chor            2

Tischtennis  2

Unterricht für Schüler, die am Französisch-Unterricht nicht teilnehmen

Holz:  für die Klassen 9 - 11, 3 Stunden pro Woche

Ziel:  Aus der Beobachtung der Bewegungssituation des Schülers und seiner Art, mit an ihn herantretenden Arbeitsaufgaben umzugehen, ergeben sich individuelle Ausprägungen der vom einfachen zum differenzierteren führenden handwerklichen Schulung. Diese dient als Werkzeug, den Schüler zum Ergreifen seiner Willensorganisation zu führen, um personale Fähigkeiten freizusetzen. Inhalt: Individuell ausgeprägt. Holzverbindungen, Werkzeuge, Maschinen, Materialkunde. Zunehmend komplexere Werkstücke.

Metall:

Es wird eine dem Berufsgrundbildungsjahr entsprechende zusätzliche ualifikation angestrebt, mit einem eigenen Abschluß. Dazu besteht ein Lehrgang für die praktische Grundbildung im Berufsfeld Metalltechnik, welcher von der 9. Klasse bis einschließlich der 12. Klasse, verbunden mit drei zusätzlichen Werkwochen in der 11. und 12. Klasse, durchgeführt wird. Die Abschlußarbeit kann auch als Prüfung (5. Fach) für die Mittlere Reife durchgeführt werden. Über die Teilnahme am Unterricht wird ein Abschlußzeugnis in beschreibender Form über den Inhalt, Dauer des Lehrgangs und Leistung des Schülers ausgestellt.

Textiles Gestalten:  für Klassen 9 - 12, 3 Stunden pro Woche

Schnitte zeichnen, entwerfen und abändern. Fachkunde: Fasern (pflanzlich, tierisch, chemisch), Garne (Arten, Eigenschaften), Textilpflege (Kennzeichnung). Verarbeitungstechniken, Gestaltungstechniken, Warenkunde.

Statt Handwerk-Unterricht kann diesen Schülern ersatzweise auch Nachhilfe-Unterricht in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik erteilt werden.

Der Unterricht in der 10. Klasse  (33,5 Stunden im Pflichtbereich)

Epochen des Hauptunterrichtes  (11,5 Wochenstunden)

 Deutsch:  ca.  5 Wochen, verteilt auf  2 Epochen

  1. Nibelungen-Epoche:  Entstehung der deutschen Sprache aus dem Germanischen und dem Latein. Einführung in althochdeutsche Sprachdenkmäler (Atli-Lied, Hildebrands-Lied, Wessobrunner Gebet o.a.). Erarbeitung der im Nibelungenlied enthaltenen menschheitlichen Probleme. Besondere Berücksichtigung der Wirkungsgeschichte des Nibelungenliedes im 19./20. Jahrhundert. Kritische Betrachtung des Zusammenhanges einzelner Motive mit der deutschen Geschichte, insbesondere zur Zeit des Dritten Reiches. Rezitation, chorisch und einzeln, in althochdeutscher und mittelhochdeutscher Sprache.
  2. Stilepoche:  Lesen und Erarbeiten einer  Lektüre der Epik und/oder Dramatik (z.B. A. Andersch, „Sansibar oder der letzte Grund”, S. Zweig, „Schachnovelle”, M. Frisch, „Andorra”, F. Dürrenmatt, „Der Richter und sein Henker”). Grundlagen der Textinterpretation.

Geschichte: 3 Wochen

  1. Menschwerdung von den Anfängen in prähistorischer Zeit bis zur Hochkultur in der Antike. Betrachtung der Wechselbeziehung zwischen den Errungenschaften der materiellen Kultur und den Entwicklungsschritten des Bewußtseins. Besondere Berücksichtigung sogenannter primitiver Kulturen (Buschmänner in Afrika, Ureinwohner Australiens). Kritische Aufarbeitung des Begriffes „primitiv”. Einbeziehung der Funde und Ergebnisse paläoanthropologischer Forschung. Abstammungsfrage des Menschen. Vertiefende Betrachtung zu einzelnen geschichtlichen Epochen der Neuzeit (Beispiele: Restaurationszeit, 48er Revolution, Weimarer Republik etc.).

Mathematik:  7 Wochen, verteilt auf 3 Epochen

Potenzen und Logarithmen, ebeneTrigonometrie, Ähnlichkeitslehre, Kreisberechnung, Körperberechnungen. Arithmetische und geometrische Zahlenfolgen und Reihen, Vertiefung des Begriffs des Irrationalen.

Physik:   4 Wochen

Mechanik: Geschwindigkeit und Beschleunigung, Entwicklung der Bewegungsgesetze bei konstanter Beschleunigung an der schiefen Ebene, Freier Fall, senkrechter, waagerechter und schiefer Wurf, Kräftestatik, Hook’ches Gesetz, Kräftegleichgewicht, Kräfteparallelogramm, Schwerpunkt eines Körpers, Hangabtriebskraft an der schiefen Ebene, Begriff der Trägheit und der Masse. Newton’sche Bewegungsgleichung, mechanische Arbeit, Lage- und Bewegungsenergie, Planetensysteme in historischer Entwicklung, Kepler’sche Gesetze, Elemente der Astronomie.

Chemie:  3 Wochen

Salze, Kristallisation und Lösungprozeß, Diffusion, Osmose, Schlierenbewegungen, Kristallgeometrie, Kristallsymmetrie, Kristallhabitus, Kristalltracht als Ausdruck der Wechselwirkungen zwischen Stoff und Umwelt; Kristallisation und Wärme, Kristallwasser, Gips und Anhydrit; thermische Zersetzung verschiedener Salze führt zu Säuren und Basen: Schwefelsäure, Salpetersäure, Salzsäure, Kohlensäure, „Ätzkalk”, Natronlauge, Säurestämme und Basenstämme; Salzbildung durch Neutralisation, Säureverdrängung, Fällungsreaktionen; Elektrolyse; der Ausgleich von Polaritäten im Salz; kulturgeschichtliche Aspekte; ökologische Zusammenhänge; pH-Wert-Farbskala; Regeneration von Salzen; Schwarzpulver; Salz und Gesundheit; Rechenaufgaben zur Löslichkeit.

Biologie: 3 Wochen

Psychosomatik: „Der Leib als Behausung der Seele”. Nervensystem, Gehirn, Herz-Kreislauf, Atmung, Stoffwechselorgane, Hormone, Rhythmen im Zusammenwirken der Organe.

Geographie:   3 Wochen

Schwerpunkt: Klimatologie - Bau der Erdatmosphäre, Gesetzmäßigkeiten von Wetter und Klima, weltweite Klimasysteme, Klima- und Vegetationszonen auf der Erde. Flußsysteme und Meeresströmungen, Ebbe und Flut, Lebensprozesse der Erde.

Kunstunterricht:  4 Wochen

Stilepoche zur Epik, Lyrik, Dramatik in Beziehung zum Menschen.

Handwerklich-künstlerische Epochen (4 - 5 Wochen mit 6 Stunden)

Zeichnen:  5 Wochen à 6 Stunden

Beseelung des Raumes. Freie Kompositionen und Übungen an Darstellungstechniken alter Meister. Landschaftsstimmungen bis hin zum durchlichteten Innenraum. Verdichten und Lösen. Drucktechnisch wird eine Radierung erarbeitet.

Plastizieren:  4 - 5 Wochen à  6 Stunden

Nach dem Erüben grundlegender Ausdrucksmöglichkeiten freies Plastizieren; Suche nach objektiver Darstellung.

Kupfertreiben:  4 - 5 Wochen à 6 Stunden

Grundprinzipien: Dehnen und Stauchen, doppelt gebogene Objekte, Spannungsverhältnisse im Metall überwinden (Schale und Becher).

Hauswirtschaft:  4 - 5 Wochen à 6 Stunden

Sozialer Aspekt: Jeder einzelne muß zu bestimmter Zeit bestimmte Aufgaben ausführen, nur dann ist ein Gelingen möglich. Kennenlernen einer sinnvollen Ernährung, Grundrezepte (Epochenheft).

Weben:   4 - 5 Wochen à 6 Stunden

Das Weben baut auf das Spinnen der 9. Klasse auf. Schären der Kette; Aufziehen des Webstuhles; Weben verschiedener Bindungen; Technologie des Webens.

Erste Hilfe:  4 - 5 Wochen à 6 Stunden

Grundlagen der Erste Hilfe-Anwendungen, einfache Pflegeanwendungen. Hausapotheke.

Darstellende Geometrie:  4 - 5 Wochen à 6 Stunden

Parallel- und Dreitafelprojektion/ Schnitte.

Physikpraktikum: 4 - 5 Wochen à 6 Stunden

Elektronik - Analoge Schaltungen.

Unterricht in den Fachstunden:

Deutsch-Übstunde:  1

Vertiefendende Übungen zu den Aufsatzformen Inhaltsangabe, Charakteristik, Textinterpretation.

Mathematik-Übstunde:  1

Englisch:  3

Nacherzählen aus verschiedenen Perspektiven; stilistische Unterschiede wahrnehmen lernen; Zustimmung und Ablehnung formulieren; konkreter und abstrakter Sprachgebrauch. Singular und Plural. Gebrauch des bestimmten Artikels; Adjektiv als Nomen; Verständnis für den Gebrauch des Stützwortes „one”; deutsches Reflexiv-Verb und englisch passiv-aktiv (Intransitiv) - Gebrauch; Person und Sache weitergeführt im Satz mit zwei Objekten (daraus persönliches Passiv entwickelt). Lektüre: Short Stories (P.S. Buck, Alan Burgess, Paul Gallico, Ernest Hemingway, John Steinbeck o.a.), Romantic Poets, Roman oder ein modernes Drama. Rezitation (W. Blake „Jerusalem” o.a.). Landeskunde: Industrielle Revolution in GB: soziale Komponente; Lake District. Diskussionen: Argumentierenlernen, Stellungnahme (Wortschatz des Argumentierens). Referate: Romantic Poets, landes- kundliche Themen (Political Institutions).

Französisch:  3

siehe Klasse 9

Musik:  2

Drei- und vierstimmige Chorliteratur und Kunstlieder. Dreiklanglehre, Tonartensystem, Stufenlehre (Kadenz). Liedform. Einstieg in analytische (Formanalyse) und interpretatorische Musikbetrachtung (meist am Beispiel der „Winterreise” von Schubert).

Religion: 1 -2

Evangelischer Religionsunterricht:  siehe bei Klasse 9

Katholischer Religionsunterricht: 

Weihnachten und Ostern: Geheimnis Menschwerdung und Auferstehung

Theologie und Psychologie

Tod und Sterben: Vorstellungen, gesellschaftliche Veränderungen, religiöse Deutungen

Aids als menschliche Herausforderung oder Geißel Gottes?

Zukunft des Menschen - Vorstellungen und Zukunft von Gott her?

Religionskritik - Atheismus

Eingehen auf Schülerinteressen: Sekten, Weltuntergang, Apokalypse, Papst etc.

Es finden Projekte statt. Zum Beispiel: Besuch von Ausstellungen,  Besuch einer Aids-Beratungsstelle etc. 

Freier Christlicher Religionsunterricht: siehe bei Klasse 9

Sport:   2

Bothmer-Gymnastik: Diskuswirbel, wachsende Weite und Höhe; Geräteturnen: Schwungübungen unter dem Gesichtspunkt der Schönheit und Leichte; einfache Kippen am Barren, Boden, Reck, Ringe. Leichtathletik: Schleuderwürfe; Spiele: Handball, Basketball, Volleyball.

Eurythmie:  2

Erleben des Innenraumes; Musik und Sprache als Ausdruck des seelischen Menschen.

Lauteurythmie: Dionysische Formen, Reimformen, sprachlich-stilistische Formen, Auftaktformen.

Toneurythmie: Erleben des Melos unabhängig von Takt und Rhythmus, Auftaktformen, Musikstücke aus Klassik und Romantik.

Praktikum:

Feldmessen (10 bis 12 Tage): Vermessung und Kartierung eines überschaubaren Geländes. Umgang mit Theodolit, Nivelliergerät, Winkelprisma u.a. Winkel- und Längenmessungen im Gelände; Feinkartierung im Orthogonalverfahren, Anwendungen der Trigonometrie, Höhenbestimmung, Höhen-Profile. Wichtiges Erlebnis: Jede kleinste Ungenauigkeit gefährdet das Ergebnis! Intensives Erleben einer Landschaft!

Arbeitsgemeinschaften:

siehe 9. Klasse

Unterricht für Schüler, die am Französisch-Unterricht nicht teilnehmen

siehe 9. Klasse

Unterricht in der 11. Klasse  (33,5 Stunden im Pflichtbereich)

Im Laufe des ersten Halbjahres wird auf Veranlassung des Klassenbetreuers in der Klassenkonferenz ermittelt, wer ab Klasse 12 an der Abitur- oder Fachhochschulreifevorbereitung teilnehmen kann (sogenannte Stammgruppe) bzw. wer in der 12. Klasse an der Vorbereitung auf die Mittlere Reife teilnimmt (in der sogenannten Mischgruppe). Es finden hierüber mit den Schülern Einzelgespräche statt. Alle damit zusammenhängenden Entscheidungsprozesse sollen für die Schüler durchschaubar sein.

Im zweiten Halbjahr der 11. Klasse beginnen die Vorarbeiten der Jahresarbeit in der 12. Klasse.

Epochen des Hauptunterrichtes:  11,5 Wochenstunden

Deutsch:  4 Wochen, verteilt auf 2 Epochen

  1. „Die Parzival-Epoche”:  Entwicklung der Individualität als Thema der Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Im Mittelpunkt steht die Behandlung des „Parzival” Wolframs von Eschenbach. Auseinandersetzung mit dem biographischen und gesellschaftlichen Kontext des Werkes.
  2. Erarbeitung moderner Litartur (z.B. M. Frisch, „Homo Faber”, H. Böll, „Ansichten eines Clowns”) zum Themenkreis Individualität und Gesellschaft.

Geschichte:   4 Wochen in  2 Epochen

  1. Im Zusammenhang mit der Parzival-Epoche Thematisierung des Problems Individuum-Gemeinschaft, Entstehung der Welt des Mittelalters, Herausarbeiten verschiedener Entwicklungsströme. Besondere thematische Schwerpunkte: Islam, Entstehung, Ausbreitung und Einfluß auf die mittelalterliche Kultur; Orient und Oxident: Die Kreuzzüge; weltliche und geistige Herrschaft, Kaiser und Papsttum; Entwicklung der Stadt in ihrer Beziehung zu Handel und Gewerbe o.a.
  2. wie 10. Klasse:  Vertiefende Betrachtung zu ausgesuchten geschichtlichen Epochen der Neuzeit.

Kunstunterricht:   6 Wochen in 2 Epochen

  1. Entwicklung der Malerei in bezug auf die Bewußtseinsentwicklung des Menschen. Impressionismus/ Expressionismus, klassische Moderne, zeitgenössische Malerei.
  2. Kulturgeschichte: Gang durch die Geschichte der abendländischen Kultur von der Antike bis zur Moderne: Philosophie, Kunst und Architektur, Kirche. Schwerpunkt liegt auf Musik (apollinisch-dionysisch).

Mathematik:  7 Wochen, verteilt auf  3 Epochen

Analytische Geometrie, projektive Geometrie, Vektorgeometrie: Analytische Koordinaten, Geometrie in der Ebene (Punkt, Strecke, Steigung, Dreiecksfläche, Schnittwinkel, verschiedene Formen der Geradengleichungen, Kreis, Tangente, Sekante, Pol und Polare, Ellipse, Parabel und Hyperbel), ausgewählte Kapitel aus der projektiven Geometrie, Einführung in die analytische Geometrie des Raumes mit Hilfe von Vektoren, Skolar Produkt, Ebenengleichungen, Winkelberechnungen.

Physik:  4 Wochen

Elektrizität, Elektromagnetismus, Radioaktivität, elektrisches Feld, Wiederholung der Grundgrößen, Kondensator, magnetische Wirkung des Stromes, Fels um einen stromdurchflossenen Leiter, Wärmewirkung des Stromes, elektrische Energie und Leistung, Energieerhaltungssatz, Induktionsvorgänge, Generator, Transformator, Energieversorgung, Selbstinduktion, Schwingkreis, Elektrizitätsleitung in Gasen, Kathoden-, Kanalstrahlung, Braun’sche Röhre und Fernsehen.

Chemie:  3 Wochen

Grundsätzliches zum Ablauf chemischer Reaktionen: Thermodynamik, ChemischesGleichgewicht, Massenverhältnisse bei chemischen Reaktionen. Was ist ein chemisches Element (historisch, modern)? Grundlage des Atomismus; Modelle in der Chemie; Grenzen des Modelldenkens; chemische Formeln und Reaktionsgleichungen, stöchiometrisches Rechnen; Halogene, Alkalimetalle und andere Elementfamilien, Periodensystem der Elemente; erweiterter Oxydationsbegriff, Elektrolyse als Redoxreaktion, Grundlagen der Elektrochemie; die Alternative zum Modelldenken: Wesensbegegnung mit chemischen Elementen an ausgewählten Beispielen. Volumenverhältnisse bei chemischen Reaktionen; Einführung der Formelschrift; Triebkraft chemischer Reaktionen; Radioaktivität; Legierungen; Edelgase.

Biologie: 4 Wochen

Das Mikroskop, die Zelle als Mikrokosmos, Bedeutung des Elektronenmikroskops, Grenzen der Zellenlehre, materialistische Denkweise in der Biologie und ihre Überwindung; von der Zelle zum Organismus, vom Einzeller zur Zellkolonie; potentielle Unsterblichkeit bei Einzellern, Mitose, geschlechtliche Fortpflanzung und Sterblichkeit, Folge der Zelldifferenzierung, Meiose, Vererbungslehre und Chromosomentheorie der Vererbung; Überblick über die Evolution der Pflanzen: Algen, Pilze, Flechten, Moose, Farnpflanzen, Nacktsamer, Bedecktsamer. Entwicklungstendenzen in der Evolution der Pflanzen: „Biologie der Freiheit”, Grundlagen der biologischen Ökologie, Grundlagen der Pflanzenphysiologie (Wasserhaushalt, Photosynthese).

Geographie:  3 Wochen

Grundlagen der Astronomie.

Handwerklich-künstlerische Epochen

Plastizieren:  5 - 6 Wochen à 4 Stunden

Grundthema: Portrait und menschliche Gestalt, Seelischesam Plastischen sichtbar machen. Vorübungen an freien Formen, Flächenspannungen, Dynamik, Steigerung bis hin zum Wiedererkennen.

Malen:  5 - 6 Wochen à 4 Stunden

Erste Übungen und Theorie zu Goethes Farbenlehre. Natur- und Landschaftsstimmungen - freies Nachschaffen kunstgeschichtlicher Beispiele, Umsetzung seelischer Vorgänge in Farbe und Form anhand von Poesie, Musik oder Gegensatzpaaren wie Liebe - Haß, Freude - Trauer. Material und Technik: Aquarell, Tempera und Ölkreide.

Kartonage:  5 - 6 Wochen à 4 Stunden

Handhabung der Werkstoffe Papier, Pappe, Gewebe und Leder als Bezugsmaterial. Umgang mit Klebstoff und den neuen Werkzeugen. Herstellen von Buntpapieren und Zeichenmappen. Nach Wahl: Blockhüllen, Schreibmappen, Kassetten, Dosen, Schachteln. Materialkunde.

Informatik - EDV:  5 - 6 Wochen à 4 Stunden

Aufbau und Funktion eines Computers, Betriebssysteme, Anwendersoftware, Programmieren, Grafik.

Darstellende Geometrie:  5 - 6 Wochen à 4 Stunden

Zentralprojektion, Schattenwürfe, Trimetrie, Vektorgeometrie.

Mikroskopieren:  5 - 6 Wochen à 4 Stunden

Den Umgang mit dem Mikroskop erlernen; Anfertigung von botanischen und zoologischen Präparaten; genaues Zeichnen dieser Präparate.

Unterricht in den Fachstunden

Deutsch-Übstunden:   2

Aufsatzübungen zur Erörterung und Textinterpretation. Erarbeitung eines Dramas (z.B. G.E. Lessing, „Nathan der Weise”) und Erzählungen (Kurzprosa).

Mathematik-Übstunden:   2

Englisch:    3

Erfassen historischer Schichtenund stilistischer Nuancen der Sprache. Die romanische und die germanische Sprachgeschichte bei grammatischen Themen: z.B. persönlicher und sächlicher Genitiv, Steigerung des Adjektivs; Realität, Möglichkeit und Irrealität im Hilfsverb und im Konditionalsatz; Zusammenfassung aktiver und passiver Nebensätze durch Partizipien, Gerundium. Charaktere und Situationen der Literatur; zusammenfassend nach bestimmten Gesichtspunkten; Kurzreferate; ein Shakespeare-Drama, ein modernes Drama (falls Zeit erlaubt), verschiedene Kurzgeschichten aus dem 20. Jahrhundert, Typologie des Erzählens. Weltbild am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit, Persönlichkeiten des Elisabethanischen Zeitalters. Kolonisierung: Kontakte mit außereuropäischen Kulturen. Einwanderung und Minderheiten in GB. Erweiterung des Wortschatzes anhand der behandelten Texte, Einarbeitung in die Textanalyse, Verfassen von Zusammenfassungen.

Französisch:  3

Einüben der sprachlichen Fertigkeiten. Grammatik: La mise en relief; Pronomen (indefinite, Possessiv-  Demonstrativ - ); Relativsätze; Passiv; Subjonctif (Anwendung); Partizipialsätze; Passé simple - Passé antérieur (rezeptiv). Als Lektüre einfachere Erzähltexte aus der Landeskunde und/ oder Literatur.

Musik:   2

In Ergänzung zur Kulturgeschichtsepoche Kunstlieder und Chorsätze von der Renaissance bis zur Spätromantik und Moderne. Vertiefung der Kenntnisse im Tonartensystem. Formenlehre: Die große A-B-A-Form der Klassik und deren Weiterverwendung und Auflösung in der Romantik und Moderne.

Religion:  1 bis 2

Evangelischer Religionsunterricht (Klasse 11 und 12):

Sterben - Tod - Auferstehung: Grenzsituationen des Lebens, Hilfe durch den Glauben.

Strafen - Vergeben - Vergelten: Sinn der Strafe (Diskussion um die Todesstrafe), Vergebung - Neuanfang.

Rassismus: Christlich-jüdische Neubesinnung, Fremdsein.

Bergpredigt: Anfragen an Text und Wirklichkeit.

Die großen Religionen der Welt: Vergleiche und Gemeinsamkeiten.

Jugendreligionen (Sekten): Verführung oder Heilsbotschaft.

Die Bibel: Aufbau, Auslegungsmethoden, Entstehungsgeschichte.

Lebensbilder: Martin Luther King, Franz von Assissi.

Katholischer Religionsunterricht:

Ostern und Weihnachten:  Geheimnis Menschwerdung und Auferstehung

Theologie und Psychologie

Junge Erwachsene - Freiräume und Abhängigkeiten

Religionskritik

Apokalypse des Johannes

Eingehen auf Schülerinteressen: Todesstrafe, Nostradamus, Kirchenbilder etc.

Projekte siehe 10. Klasse

Freier Christlicher Religionsunterricht: Siehe bei Klasse 9

Sport:   2

Bothmer-Gymnastik: Speer, große Aufrechte, Waage, Bewegung zum Ziel. Geräteturnen: Übungsverbindungen aus allen erlernten Grundübungen an den Geräten. Aufgänge, Hauptübungen am Gerät und Abgänge in harmonischer Weise verschmelzen. Kippen und Schwungelemente an Reck und Barren. Überschläge an Sprunggeräten und Boden. Leichtathletik: Speer, Harmonisierung von Lauf- und Sprungstil, Zielwürfe. Spiele: Weiterführung der Sportspiele mit Schwerpunkt auf Umsicht, Übersicht und Zusammenspiel.

Eurythmie:   2

Verbindung von apollinisch-dionysischen Elementen. Dramatik, zeitgenössische Literatur in Musik und Sprache.

Lauteurythmie:  Choreographien von R. Steiner, Planetengebärden.

Toneurythmie:  Akkorde, Mehrstimmigkeit, Intervalle.

Sozial- oder Landwirtschaftspraktikum

Die Schüler können wählen, ob sie ein berufsbezogenes oder Sozialpraktikum absolvieren wollen oder ob die Klasse auf einem Bauernhof die biologisch-dynamische Anbauweise etc. mitarbeitend kennenlernen will.

Arbeitsgemeinschaften:

siehe Klasse 9

Unterricht für Schüler, die am Französisch-Unterricht nicht teilnehmen

siehe Klasse 9

Der Unterricht in der 12. Klasse  

(37,0 Stunden im Pflichtbereich für die Stammgruppe und 40,5 Stunden im Pflichtbereich für die Mischgruppe)

Mit der 12. Klasse endet die Waldorfschulzeit. Jeder Schüler erhält am Ende ein Abschlußzeugnis. Auf Wunsch kann ein Notenzeugnis gegeben werden, das nur im Zusammenhang mit dem Wortzeugnis gültig ist.Das Zeugnis für den staatlich anerkannten Abschluß (Realschulabschluß) ist zusätzlich.

Aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen von Abitur, Fachhochschulreife und Mittlerer Reife ist der Unterricht in den Fächern Englisch, Deutsch und Mathematik (Ausnahme: erste Mathematikepoche) getrennt. Französisch entfällt in der Regel für die Realschulabschluß-Kandidaten.

Ein wesentliches Element der 12. Klasse ist die Jahresarbeit: Der Sinn der Jahresarbeit besteht darin, daß sich der Schüler mit einem selbstgewählten Interessengebiet eingehend beschäftigt und dabei unter Anleitung selbständig arbeitet. Das Resultat der Arbeit muß in einem schriftlichen Bericht und in einem öffentlichen Vortrag vor der Schulgemeinschaft dargestellt werden. Die Arbeit soll, wenigstens zu einem Teil, eine individuelle Leistung darstellen. Insbesondere sollten theoretische Themen nicht lediglich aus dem Zusammenschreiben vorliegender Literatur bestehen. Gruppenarbeiten sind möglich, doch sind dabei zumindest im schriftlichen Teil individuelle Beiträge zu geben. Die Arbeit soll von Anfang an einen eingeschränkten, gut überschaubaren Umfang haben und darf nicht zu einer zeitlichen Überbelastung führen. Im Prinzip soll sich der Schüler jede Woche mit seinem Thema befassen, wenn das in manchen Wochen auch nur kurz sein kann; ein andermal wird wieder intensive Arbeit möglich und auch erforderlich sein (z.B. in den Ferien). Es ist nicht Sinn der Arbeit, dem Schüler einen materiellen Gewinn oder Nutzen zu bringen; er soll seine Fähigkeiten an ihr entwickeln und steigern. Wird dabei ein materieller Wertgegenstand erzeugt, soll er eine soziale Bestimmung haben, also anderen Menschen zugute kommen.

Für jede Jahresarbeit muß am Ende der 11. Klasse ein Betreuer aus dem Kollegium gefunden werden, der die Arbeit verantwortlich betreut. Weitere Hilfen für die Arbeit können in Absprache mit dem verantwortlichen Betreuer auch außerhalb der Schule in Anspruch genommen werden. Im Grundsatz soll der Schüler jeden Monat zumindest ein Gespräch mit seinem Betreuer verabreden, um den Fortgang der Arbeit zu besprechen. Der Betreuer hilft auch bei der Vorbereitung des mündlichen Referates. Er schreibt die Beurteilung der Jahresarbeit für das Abschlußzeugnis.

Epochen des Hauptunterrichtes:  11,5  Wochenstunden

Deutsch:  5 Wochen, verteilt auf 2 Epochen

  1. Faust-Epoche: Der um Erkenntnis ringende, aus Erkenntnis handelnde und in seiner Integrität gefährdete Mensch als Gegenstand der Literatur. Behandlung des „Faust” von Goethe (Teil I, Teil II in Auszügen), „Faust” als Figur innerhalb der Weltliteratur. Besondere Berücksichtigung der textimmanenten und biographischen Methode.
  2. Größere literaturgeschichtliche Zusammenhänge und Entwicklungen anhand exemplarischer Werke von der Antike bis zur Gegenwart (Beispiele: Sophokles, „Antigone” - Anouilh, „Antigone”; Euripides „Alkestis” -  Thornton Wilder, „Die Alkestiade”). Entwicklung des Dramas von den Anfängen zur Gegenwart.

Geschichte:  5 Wochen, verteilt auf 2 Epochen

Überblick über die geschichtliche Entwicklung von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart unter besonderer Berücksichtigung der Lehrplananforderungen für Mittlere Reife, Fachhochschulreife und Abitur

Kunstunterricht:   4 Wochen

Die Architektur in ihrer Gesamtentwicklung in bezug auf die Bewußtseinsentwicklung des Menschen.

Mathematik:   7 Wochen, verteilt auf 3 Epochen

  1. Mittlere Reife-Vorbereitung: Wiederholung der Trigonometrie und der analytischen Geometrie (mit Körperberechnung).
  2. Stammgruppe:  Einführung in die Analysis und Differentialrechnung (Funktionsbegriff, Grenzwerte, Ableitungen, Untersuchung ganz rationaler Funktionen und ihrer Schaubilder).
  3. Abitur-Vorbereitung: Integralrechnung, gebrochen rationale und exponentielle Funktionen, Fort- führung der Vektorgeometrie.

Physik:  4 Wochen

Geometrische Optik:  Brechungsgesetze, Abbildung mit Spiegeln und Linsen, optische Apparate, Wellenmodell des Lichtes: Wellenausbreitung und -überlagerung,Beugung, Interferenz, Spektrum der Wellenlängen. Historische Entwicklung der Optik, Wellen- und Teilchenmodell, Quantenoptik, Dualismus, Subjektivität und Objektivität in der Physik. Farbenlehre: Newton’sche Experimente, Phänomene und Grundgedanken aus der Goethe’schen Farbenlehre.

Chemie:  3 Wochen

Vertiefende Betrachtung des Periodensystems, Feinbau der Atomhülle, Entstehungsgeschichte der Materie, Arten chemischer Bindung, Gegenüberstellung der Chemie in der belebten und unbelebten Natur; Katalysatoren; Enzyme; gekoppelte chemische Reaktionen; Biochemie der Eiweiße; Kohlehydrate und Fette (Grundlagen); Chromatographie; naturphilosophische Fragestellungen. Vom Stoff zum Prozeß: Überwindung des Materialismus in der Chemie. Grundlagen einer modernen „Alchimie” (an ausgewählten Beispielen, z.B. Schwefel, Stickstoff, Eiweiß).

Biologie:   4 Wochen

Entwicklungsphysiologie der Pflanzen, Evolution der Pflanzen, Metamorphose der höheren Pflanzen, Goethes Urpflanze, Vererbung und Umwelt, Grundlagen der Molekularbiologie und Gentechnik. Überblick über das Tierreich im Zusammenhang mit Evolutionsfragen; Abstammung des Menschen.

Geographie:  3 Wochen

Wirtschaftsgeographische, volkskundliche, bevölkerungsgeographisch-ökologische Faktoren. Soziale und ökologische Folgen der Industrialisierung. Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung: Dritte-Welt-Problematik. Rohstoffe und Energieversorgung. Weltweite Wandlung ökologischer und sozialer Fragen.

Handwerklich-künstlerische Epochen:  4 Wochenstunden

Steinmetzen:   18 Wochen

Jeder Schüler wählt sich ein Thema und setzt es nach Vorstudien aus Ton in Stein um.

Malen:   18 Wochen

Fortführung von Goethes Farbenlehre und ausgedehnte Übungen dazu am Thema Stilleben. Darstellung der menschlichen Gestalt und des Antlitzes in verschiedenster Ausgestaltung. Technik und Material: Aquarell, Tempera und erste Erfahrungen mit Ölfarben auf präpariertem Papier.

Buchbinden:  9 Wochen

Die strenge Technik des Buchbindens verlangt und schult Disziplin im Denken und Handeln. Die Arbeitsschritte bauen konsequent aufeinander auf und können in ihrer Gesetzmäßigkeit erfahren werden. Es werden Hefte, Broschur, Halbleinenband oder Ganzleinenband nach Wahl und eigenem Einbandentwurf hergestellt.

Physik-Praktikum:  9 Wochen

Ausgewählte Themen aus Mechanik, Elektrizitätslehre und Atomphysik. Auf- und Ausbau einer Schüler-Lehr-Sammlung. Zusammenfassung der Grundlagen und Anwendung für typische Phänomene aus dem Leben, der Astronomie (o.a.). Vorbereitung für mathematische Methoden in der Physik für die 13. Klasse.

Unterricht für Schüler, die am Französisch-Unterricht nicht teilnehmen

Holz:  4 Stunden pro Woche

Ziel: Weiterführung des Angelegten mit dem Ziel des eigenständigen Aufgreifens von selbstgestellten oder herangetragenen Aufgaben. Inhalt: Fachkunde, Handwerksabschluß oder Jahresarbeit, Mittlere Reife.

Metall:   4 Stunden pro Woche

siehe Klasse 9

Textiles Gestalten:  4 Stunden pro Woche

siehe Klasse 9

In Klasse 12 wird auf den Abschluß „Mittlere Reife” hingearbeitet. Die Schüler fertigen: ein Kleidungsstück (anspruchsvoll), ein Referat ihrer Wahl (fachbezogen), Epochenheft.

Unterricht in den Fachstunden

Deutsch-Übstunden:          Stammgruppen - 1 Blockstunde, Mischgruppen 2 Blockstunden

(Blockstunde = verkürzte Doppelstunde)

Spezifische Vorbereitung auf die Anforderungen der Abschlüsse.

Geschichte zur Vorbereitung auf die Mittlere Reife:   2 Stunden

Spezifische Vorbereitung auf die Anforderungen des Abschlusses.

Mathematik-Übstunden:  4

Spezifische Vorbereitung auf die Anforderungen der Abschlüsse.

Englisch zur Vorbereitung auf die Mittlere Reife:  4 Stunden

Die Mittlere Reife erfordert die fast fehlerfreie Handhabung eines elementaren Umgangsenglisch, schriftlich wie mündlich - sozusagen Perfektion auf unterem Niveau. Daher wird die meiste Zeit für Übungen benötigt und kaum neuer Stoff vermittelt.

Englisch zur Vorbereitung auf Fachhochschulreife und Abitur:  4

Die Schüler entwickeln ihr sprachliches Können, so daß sie in der Lage sind, sich in hinreichend differenzierter Sprache zu äußern. Der aktive und passive Wortschatz wird gefestigt und ergänzt. Um sich mündlich und schriftlich in angemessener Form über Texte und Themen äußern zu können, erweitern die Schüler ihr Vokabular, auch im Bereich der abstrakten Begriffe und des Interpretationsvokabulars. Wiederholung wichtiger grammatikalischer Strukturen. Gezielte Textarbeit: Inhalt und Aufbau eines Textes wiedergeben können; das Verfassen von Stellungnahmen und Erörterung eines Sachthemas und literarischen Themas in eigenen Worten wird geübt. Landeskunde: Schwerpunkt USA: American Dream, Westward Movement, American Constitution and Politcal Life, Immigration auch im Vergleich zu Großbritannien. Literatur: Roman oder Drama des 20. Jahrhunderts, mehrere Kurzgeschichten, Gedichte. Schüler verfassen book-reports.

Französisch:  4

Einüben der sprachlichen Fertigkeiten. Abschließende Behandlung der Grammatik. Landeskunde: Mindestens zwei Themen aus den Bereichen: Aspekte der französischen Gesellschaft, Aspekte der französischen Demokratie, Das Verhältnis Frankreichs zu Deutschland und Europa, Die französische Sprache in Frankreich und in der Welt, Kulturelles Leben. Lektüre: Mindestens eine Lektüre aus dem 19. oder 20. Jahrhundert.

Wiederholung der gesamten Grammatik, verschiedene Sprachebenen (gesprochenes und geschriebenes Französisch), landeskundliche Themen (Umwelt, Massenmedien, Politik und Parteien, Beziehungen Frankreich - Deutschland, Europa, Frankreich und Französisch in der Welt, kulturelles Leben, soziale Brennpunkte, aktuelle Ereignisse), Lektüren aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Musik:  2

Generalbaßschrift und vierstimmiger Satz. Vierklänge und deren Auflösung. Zeitgenössische Musik und Gegenwartsfragen. Analyse und Interpretation (meist am Beispiel der „Dichterliebe” von Heine/ Schumann). Vierstimmige Chorsätze aus allen Epochen.

Religion:  1 - 2

Evangelischer Religionsunterricht:

siehe Klasse 11

Katholischer Religionsunterricht:

Themen aus der 11. Klasse; Dialog der Religionen; neue ethische Entwürfe

Freier Religionsunterricht: Siehe Klasse 9

Sport:  2

Bothmer-Gymnastik: Speer, Kreisen um die schrägstehende Achse, Kuppel und Kreuz, Gymnastik mit Handgeräten. Geräteturnen: Ganze Übungsabläufe, selbständige Einschätzung der Schwierigkeiten, Spezialisierung und Erarbeitung eines Gebietes. Leichtathletik: Läufe, Sprünge, Würfe; individuelle Spezialisierung. Spiel: Alle angelegten Spiele sollen fair und regelgerecht beherrscht werden.

Eurythmie:  2

Der Schüler hat nun eine Überschau über alle bewegungsmäßigen und gestalterischen Möglichkeiten. Bewegungsführung aus Gestalt und Umkreis; Ruhe und Bewegung; Choreographien im Zusammenhang des besonderen Stiles und des Komponisten bzw. Autors; Tierkreisgebärden.

Laut- und Toneurythmie: Dichtungen und Musikstücke in allen Stilen.

Arbeitsgemeinschaften

siehe 9. Klasse

Außerunterrichtliche Unternehmungen:

Klassenfahrt (meist Kunstfahrt)

Klassenspiel

Während der Probenzeit (4 bis 6 Wochen) fällt teilweise der Unterricht aus.

Die staatlich anerkannten Schulabschlüsse:

Der Hauptschulabschluß

Das Klassenkollegium entscheidet, welcher Schüler zum Hauptschulabschluß in der 10. Klasse antritt. Dem staatlichen Prüfer werden alle Epochenhefte, die Klassenarbeiten in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik und ein Notenzeugnis vorgelegt. Das Zeugnis und die Klassenarbeiten müssen einen gemäß den Anforderungen des Waldorflehrplanes zumindest ausreichenden Leistungsstand aufweisen. Alle im 10. Schuljahr erarbeiteten Werkstücke sind ebenfalls Gegenstand der Prüfung.

Die Mittlere Reife (Realschulabschluß)

Dieser Abschluß findet in der 12. Klasse statt, und zwar nach einer eigens für Waldorfschulen erstellten Prüfungsordnung.

Es gibt eine schriftliche und eine mündliche Prüfung.

Die schriftliche Prüfung:

Die Aufgaben werden vom Kultusministerium zentral in Baden-Württemberg gestellt und sind in Deutsch und Englisch ganz und in Mathematik teilweise identisch mit den zeitgleich gestellten Aufgaben für die Realschulen. Die schriftliche Prüfung umfaßt:

  • einen Deutschaufsatz (vier Themen zur Auswahl)
  • eine Mathematikarbeit, wobei bei der Erstellung der Aufgaben teilweise der Lehrplan der Waldorfschulen berücksichtigt wird, und
  • im Fach Englisch ein Diktat und eine sogenannte erweiterte Textaufgabe.

Die in der 12. Klasse unterrichtenden Lehrer korrigieren und bewerten die Arbeiten. Die Zweitkorrektur und die Endbewertung werden jedoch von Lehrern einer staatlichen Realschule vorgenommen. Diese führen auch den Vorsitz bei den mündlichen Prüfungen.

Die mündliche Prüfung:

Die Prüfungsaufgaben für die mündliche Prüfung werden von den Fachlehrern unserer Schule gestellt. Geprüft werden folgende Fächer:

  • Geschichte oder Gemeinschaftskunde
  • Handwerk nach Wahl (Textiles Gestalten, Holz, Metall)

Jeder Schüler kann überdies freiwillig in den schriftlich geprüften Fächern sich einer mündlichen Prüfung unterziehen (wenn er meint, sich dadurch verbessern zu können).

Des weiteren kann vom Prüfungsvorsitzenden eine mündliche Prüfung in einem der schriftlich geprüften Fächer angeordnet werden.

Die Prüfung zur Fachhochschulreife

Voraussetzung zur Zulassung zur Prüfung ist der Besuch der Klassen 9 bis 11 an einer Waldorfschule. Sie findet statt in der Vorbereitungsklasse zur Fachhochschulreifeprüfung (Vb-F), also nach der reinen Waldorfschulzeit, und besteht aus einem schulischen sowie aus einem berufspraktischen Teil oder einer Lehre.

Der schulische Teil:

Er besteht aus einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung. Die schriftliche Prüfung findet statt in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik.

Die Aufgaben werden zentral von einer aus Waldorflehrern zusammengesetzten Kommission erarbeitet und bedürfen der Genehmigung des Kultusministeriums. Dieser Abschluß ist somit am „waldorfnächsten”, da das Ministerium nur die Genehmigung verweigern, nicht jedoch selbst eigene Prüfungsinhalte festlegen kann.

Die mündliche Prüfung findet statt in Biologie oder Chemie oder Physik und kann entweder in Deutsch und/oder Englisch und/oder Mathematik stattfinden. Überdies gibt es während der 12. Klasse eine Hospitation in Geschichte oder einem anderen Fach (Geographie/ Sozialkunde oder in Naturwissenschaften).

Hospitation bedeutet: Ein vom Staat (Oberschulamt) beauftragter Lehrer besucht eine Unterrichtsstunde in einem dieser Hospitationsfächer und hat danach zu entscheiden, ob das Leistungsniveau (nicht jedes einzelnen Schülers, sondern der Gesamtheit der Klasse) der entsprechenden staatlichen Klasse gleichwertig ist. Bei einer positiven Entscheidung werden die vom Waldorf-Fachlehrer vorgeschlagenen Noten in die Prüfung übernommen.

Aus Fächern der 12. Klasse werden Noten in zwei dieser Fächer als Prüfungsnoten übernommen.

Der berufsbezogene Teil:

Es sind eine Jahresarbeit in der Vb-F-Klasse anzufertigen und eine fachpraktische Prüfung (mit Fachtheorie) zur Zeit in den Fächern „Gestaltung Holz” oder „Textiles Gestalten” abzulegen.

Wichtig: Die Fachhochschulreife ist erst gültig, wenn anschließend eine zwölfmonatige praktische Tätigkeit abgeleistet wird (keine Prüfung mehr erforderlich; die Teilnahme wird bescheinigt). Von diesen 12 Monaten müssen mindestens 9 zusammenhängend in einem Betrieb der Wirtschaft verbracht werden. Es empfiehlt sich, diese praktische Tätigkeit vor Antritt unter Vorlage einer Stellenbeschreibung dem Oberschulamt zur Prüfung vorzulegen. Auch eine abgeschlossene Lehre führt zu einer Anerkennung der Fachhochschulreife.

Die Prüfung zum Abitur

Das Abitur wird ebenfalls am Ende der 13. Klasse abgelegt und besteht aus einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung.

Zur schriftlichen Prüfung:

Sie wird durchgeführt in vier Fächern, davon zwei nach den Anforderungen eines Leistungskurses. In den beiden Leistungskursfächern sowie im dritten schriftlichen Prüfungsfach müssen die vom Kultusministerium zentral für alle Abiturienten (staatliche und die von Waldorfschulen) gestellten Aufgaben bearbeitet werden. Im vierten schriftlich geprüften Fach werden die Aufgaben vom Fachlehrer der Waldorfschule beim Oberschulamt eingereicht und dann den Schülern zur Bearbeitung vorgelegt. Dabei können auch Inhalte des Waldorflehrplanes Berücksichtigung finden.

Folgende Leistungskurs-Kombinationen sind möglich:

  • Deutsch mit Fremdsprachen oder Mathematik oder Physik oder Chemie oder Biologie oder Geschichte,
  • Fremdsprache mit Deutsch oder zweite Fremdsprache oder Bildende Kunst oder Musik oder Geschichte oder Erdkunde oder Gemeinschaftskunde oder Mathematik oder Physik oder Chemie oder Biologie oder Sport,
  • Mathematik mit Deutsch oder Fremdsprache oder Bildende Kunst oder Musik oder Geschichte oder Erdkunde oder Gemeinschaftskunde oder Physik oder Chemie oder Biologie oder Sport.

Welche Kurse in Mannheim angeboten werden, hängt u.a. davon ab, welche Möglichkeiten die Schule jeweils hat und welche Kurse für die konkret zu prüfenden Schüler sinnvoll erscheinen.

Zur mündlichen Prüfung:

Sie findet in zwei weiteren Fächern statt (5. und 6. Prüfungsfach). Im 7. und 8. Prüfungsfach kann auf eine mündliche Prüfung verzichtet werden. Statt dessen überprüft ein Beauftragter des Oberschulamtes im Rahmen einer Unterrichts-Hospitation, ob der Leistungsstand dem geforderten Niveau entspricht. Was unter „Hospitation” verstanden wird, ist bereits oben zur Fachhochschulreifeprüfung erläutert worden. Es werden dann die vom Fachlehrer vorgeschlagenen Noten übernommen.

Für die Wahl der Prüfungsfächer gelten folgende einengende Vorschriften:

Durch die vier schriftlichen Prüfungsfächer müssen die Aufgabenfelder

  • Sprache (Deutsch oder Fremdsprache),
  • Naturwissenschaft (oder Mathematik),
  • Gesellschaftswissenschaft

abgedeckt sein; unter den vier Fächern der schriftlichen Prüfung müssen sich Mathematik und Deutsch oder eine Fremdsprache befinden;

Musik, Bildende Kunst sowie Gemeinschaftskunde mit Erdkunde können nicht als schriftliches Prüfungsfach mit den Anforderungen eines Grundkurses gewählt werden;

unter den sechs Prüfungsfächern, die Gegenstand der schriftlichen Prüfung sind oder tatsächlich mündlich geprüft werden, müssen sich Deutsch, Mathematik und zwei Fremdsprachen befinden;

unter den Fächern der schriftlichen und der mündlichen Prüfung müssen sich das Fach Physik oder Chemie oder Biologie befinden.

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